Trendscout. 20. März 2026 Die AAO in Orlando gilt als weltweiter Gradmesser für Innovationen in der Augenheilkunde. Franz Aigner, Head of Sales – Medical Technology bei WILD, war vor Ort, um neueste Entwicklungen einzuschätzen. Mit welchen Eindrücken kehren Sie aus den USA zurück? Franz Aigner: „Die Ophthalmologie ist dynamischer denn je. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir bei verschiedensten ausgestellten Produkten und Baugruppen direkt mitgewirkt haben. WILD ist als Experte bei den Key Playern anerkannt. Ob Retina-Tomograph (OCT), digitale Phoropter oder positioniergenaue Stative – mit unserer Erfahrung aus erfolgreich realisierten Produktreihen besitzen wir einen Wissensvorsprung, der Kunden in Form von schnellerer Marktreife und Kosteneffizienz zugutekommt.“ Welche Trends dominieren die Branche? „Der größte Gamechanger ist die KI. In der Bildgebung – etwa bei OCTs oder Funduskameras – analysiert sie Netzhautbilder teils präziser als Experten. Auch die Robotik wird künftig die chirurgische Präzision massiv erhöhen, wenngleich sich vieles noch im Entwicklungsstadium befindet. Zudem setzen westliche Anbieter verstärkt auf High-End-Qualität, um sich vom asiatischen Mitbewerb abzuheben, etwa durch extrem hohe Auflösungen und schnellere Bildakquisition.“ Welche Entwicklungen im Bereich Point-of-Care wurden auf der Messe deutlich? „Mobile Handhelds und Wearables für erste Analysen beim Optiker oder in Primärversorgungszentren müssen robuster werden, ohne an Präzision zu verlieren. Da WILD die Technologien Optik, Mechanik und Elektronik beherrscht, sind wir der ideale Partner für diese kompakten All-in-One-Lösungen. Hinzu kommt: Die Optik muss vor jeder Auslieferung kalibriert werden. Würde diese Feinjustierung durch den Transport in Mitleidenschaft gezogen werden, würden die Hersteller teure Spezialisten vor Ort benötigen, die die Optik erneut kalibrieren müssten. Wir entwickeln diese so stabil, dass sie den Transport unbeschadet übersteht und ohne Aufwand sofort eingesetzt werden kann.“ Seit 2025 belasten neue Einfuhrzölle den US-Markt. Wie reagieren die Kunden darauf? „Viele europäische Kunden denken aufgrund von Zöllen, aber auch wegen der hohen Bürokratie und Energiekosten in Europa, über Produktionsstandorte – zumindest für einzelne Komponenten – in den USA nach. Für sie ist unsere FDA-Zertifizierung ein entscheidendes Argument. Wer auf diesem wichtigen Markt erfolgreich sein will, benötigt Partner, die mit den Regulatorien umgehen können. Außerdem unterstützen wir unsere Kunden aktuell verstärkt durch Wertanalyseprojekte, um Zusatzkosten an anderer Stelle wieder einzusparen.“